20/03/2022

Ein Markt ohne Grenzen

Das Geschäft mit Fleischersatz ist ein schnell expandierender Markt.

Mich wundert es nicht. Viele Menschen reduzieren Ihren Fleischkonsum oder verzichten komplett auf tierische Produkte aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen, möchten aber nicht auf den Geschmack 'vergangener Tage' verzichten.

Ich für meinen Teil habe gerne Schnitzel, Burger und Currywurst gegessen, weil es mir einfach geschmeckt hat. Darauf mag ich nicht verzichten und bin froh, dass es vegetarische und vegane Varianten gibt und ich meine Schmackofatze weiterhin genießen kann.

Eigentlich sollte man nicht täglich Fleisch essen. Und genau so halte ich es auch mit dem Fleischersatz. Wer dreimal täglich Fleisch durch dreimal täglich Fleischersatz substituiert, hat meiner Meinung nach nichts gewonnen. Hier ersetzen wir ein Fertigprodukt Wurst durch ein anderes Fertigprodukt.

Unsere Discounter, Supermärkte und Großmärkte vergrößern kontinuierlich ihr Sortiment an vegetarischen und veganen Produkten. Ob Aufschnitt, 'Hähnchen'-Nuggets, Bratwürste, Hackfleisch, Geschnetzeltes, 'Schinken'-Würfel, Burger-Scheiben, fertig marinierte 'Enten'- oder 'Rinder'-Stücke, Rouladen, Frikadellen bis hin zur kompletten Soja-'Fleisch'-Wurst, dem fleischfreien 'Fleisch'-Salat oder vegetarischen 'Fisch'-Steaks. Der industriellen Fantasie ist da keine Grenzen gesetzt. Der Nachfrage des Konsumenten ebenfalls nicht.

Laut "Ökotest" zielen diese Produkte auf den Markt der Flexitarier, die öfters auf Fleisch verzichten, aber als Ersatz immer noch den Geschmack, Aussehen und Konsistenz des Originals verlangen. Ich persönlich finde daran nichts Falsches. Ein Jägerschnitzel, ein feister Burger oder ein Frikadellenbrötchen sind von Zeit zu Zeit eine leckere Sache.

Das Produkt 'Fleischersatz' ist ein gigantisch boomender Markt, deren Produkte bei kostengünstiger Produktion natürlich einen maximalen Umsatz erzeugen sollen. Auch hier steht eine komplette Industrie dahinter, die ihre Produkte auch industriell fertigt. 

Mich wundert es nicht, dass gerade Fabrikanten von Fleisch-Produkten mittlerweile auf den Zug der 'fleischlosen Ernährung' aufspringen, bevor das Base-Business 'Fleisch' einbricht. Es wird damit gerechnet, dass Hersteller wie 'Rügenwalder' bald 30% ihres Umsatzes fleischlos einfahren wollen.


Und? Ist das auch gesund?


Sehen wir es positiv: Diese Produkte enthalten keine Antibiotika, oder was immer die Industrie in die Massentierhaltung noch alles nutzen mag. Auch die Herstellung ist in Anbetracht der immensen Umweltschäden durch die Massentierhaltung ökologisch schon fast unbedenklich.

Trotzdem heißt es auch hierbei: Mit Bedacht kaufen, informieren, Inhaltsstoffe und Nährwerttabellen prüfen.

Mancher Fleischersatz beinhaltet beispielsweise tierische Nebenprodukte wie Hühnereiweis. Auch unser alter Freund, der Geschmacksverstärker Glutamat ist hier und dort vertreten, sowie die nicht definierten 'Aromen' und viel zu viel Salz.

"Ökotest" konnte in einigen Produkten sogar genmanipulierten Soja nachweisen, sowie Mineralölrückstände aus den Plastikverpackungen. 


Ich brauche nicht täglich Fleischersatz, wie ich auch nicht täglich Fleisch gebraucht habe. Fleischersatz sollte nicht täglich auf unseren Tischen landen. Von Zeit zu Zeit mal eine Packung Veggie-Aufschnitt, oder mal ein Schnitzel, wenn ich Hunger darauf habe. Das ist okay. 

Denn behalten wir im Hinterkopf: Wir reden hier immer noch über Fertigprodukte.

'Ohne Fleisch' heißt noch lange nicht, dass es wirklich soooo gesund ist.